Das erste Mal beständige Beziehungen und stabile Freundschaften

Bundestagsabgeordnete Gabriela Heinrich besuchte IN VIA-Marienheim in Nürnberg


Jugendwohnen IN VIA Nuernberg MdB Gabriela Heinrich MarienheimNürnberg. Jugendwohnen, Sozialarbeit, geschützter Raum für Mädchen und junge Frauen; damit haben nur wenige Menschen Berührungspunkte. Dabei ist das Jugendwohnen für viele Jugendliche und junge Erwachsene, die außerhalb ihres elterlichen Wohnorts eine Ausbildung machen, eine gute Möglichkeit, erwachsen zu werden und Eigenverantwortung zu übernehmen: ohne Eltern und Familie zwar, aber mit festen Ansprechpartnern, in einer vertrauten Umgebung und – trotz Großstadt – in einem überschaubaren Umfeld.
Das Mädchenwohnheim Marienheim von IN VIA Nürnberg, dem katholischen Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit, ist für 126 Frauen zwischen 15 und 27 Jahren Wohnsitz und für einige Jahre ihre neue Heimat. Bundestagsabgeordnete Gabriela Heinrich (rechts im Bild) besuchte das IN VIA-Marienheim.

Die meisten jungen Frauen sind in Ausbildung oder Schule. Einige erhalten aufgrund ihrer Lebenssituation oder persönlichen Problemlage einen betreuungsintensiveren Platz im so genannten „betreuten Jugendwohnen“, das sind fünf Plätze „Jugendwohnen plus“ mit besonderem Förderungsbedarf. Für alle gilt: Selbstständigkeit erlangen, Selbstbewusstsein stärken, möglichst erfolgreich Lehre und Schule beenden.

Mögliche Änderung im Sozialgesetzbuch gefährdet klassisches Jugendwohnen


All das war durch das SGB VIII (Achtes Buch des Sozialgesetzbuches: Kinder- und Jugendhilfe) bislang auch geschützt. Dann hatte die alte Bundesregierung die Überarbeitung unter anderen des Paragraphen 13 (3) des SGB VIII in Angriff genommen. Michaela Clemens, Leiterin des Marienheims, hatte befürchtet, dass dadurch die jungen Wohnheimbewohnerinnen künftig durchs Raster gefallen wären. „Nur noch Jugendliche mit Hilfebedarf werden dann unterstützt. Nur für solchen dürfte unser Haus dann offenstehen.“ Dabei hätten aber auch andere durchaus Unterstützungsbedarf. Denn dieser nehme zu, auch bei ganz „klassischen“ jungen Frauen. Und diese spezielle Betreuung sei künftig gefährdet, würde § 13 (3) des SGB VIII geändert werden. Clemens: „Alle hier bei uns im Jugendwohnen sind zielstrebig, sie wollen unbedingt ihre Ausbildung erfolgreich beenden.“ Das Wohnen hier, so die Sozialpädagogin weiter, ermögliche vielen das erste Mal beständige Beziehungen und stabile Freundschaften. Nur durch Präventionsmaßnahmen sei das zu erreichen.


Bundespolitikerin Gabriela Heinrich beeindruckt von Größe des Marienheims


Bereits im Sommer hatte Michaela Clemens die Nürnberger Bundestagsabgeordnete Gabriela Heinrich angeschrieben, um auf das Problem aufmerksam zu machen. Kurz vor Weihnachten kam das Treffen im IN VIA-Marienheim zustande. Michaela Clemens wies noch einmal darauf hin, dass „wir auf Grund der präventiven Maßnahmen und Angebote für alle Bewohnerinnen ebenso Teil der Jugendhilfe sind“. Die zentrale Frage müsse doch lauten: Wie lässt sich in Zukunft die Jugendhilfe gestalten?
Gabriela Heinrich konnte beruhigen, dass die Neuordnung des SGB VIII derzeit vom Tisch sei. „Jetzt bleibt es beim Status quo, aber wie es weitergeht mit der neuen Bundesregierung, wissen wir nicht.“ Dabei bot sie an, in engem Kontakt zu bleiben, und bei den Gesetzgebern in Berlin darauf hinzuweisen, dass Betroffene, also die Fachleute in der Jugendhilfe, künftig mehr eingebunden würden. „Wir als Abgeordnete passen auf, dass das so sein wird.“

(Text und Foto: Stadtkirche Nürnberg/Elke Pilkenroth)

Kontakt


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Mädchen- und Frauensozialarbeit

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